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Quartier Tal-Center entwickeln statt vernachlässigen

Die Initiative werde genau verfolgen, welche Fraktion wie über ihren Einwohnerantrag zur Zukunft des Tal-Centers abstimme und das werde sich auf dem Stimmzettel bei der Berlin-Wahl im September widerspiegeln. Damit leitete der Vertreter der Anwohnerinitiative seine Begründung des Antrags während der Bezirksverordnetenversammlung ein. Diese Drohung hatte offensichtlich Wirkung: Hatte die SPD sich noch im Stadtentwicklungsausschuss der Stimme enthalten, stimmte sie nun für den Antrag, der die geplante Umgestaltung und Bebauung verhindern will. Und die CDU konnte sich nicht zu einem Nein durchringen, obwohl ihre Vertreter eigentlich nur Argumente für die Verwirklichung der vorgestellten Planung vortrugen. Ebenfalls interessant: Der Startschuss für den nun insbesondere von der Links-Partei so vehement bekämpften Bebauungsplan erfolgte noch in der Amtszeit der ehemaligen Bezirksbürgermeistern Damar Pohle, ebenfalls Linke.



Mit Ausnahme der sich enthaltenden CDU stimmten alle Fraktionen für den Antrag.

 

„Diese hitzige Debatte zeigte vor allem, dass der Wahlkampf für die Berlin-Wahl schon begonnen hat“, kommentierte Harald Wurr, Mitglied des Bezirksvorstands der FDP und dessen Pressesprecher. Der berechtigten Forderung der Initiative, mehr Licht in die Planungen zu bringen, war das Bezirksamt mit der Veranstaltung zur frühzeitigen Beteiligung der Anwohner und der Veröffentlichung des Quartierskonzepts endlich nachgekommen. Wurr: „Das Tal-Center ist in seiner jetzigen Form nicht mehr wirtschaftlich lebensfähig. Das zeigt der Leerstand. Die Politik muss den Bürgern offen sagen, dass sich berechtigten Forderungen nach Verbesserung der Infrastruktur nur Hand in Hand mit zusätzlichem Wohnungsbau verwirklichen lassen. Außerdem: Neue Wohnungen werden in Berlin dringend gebraucht“. Die Alternative wäre ein weiterer langsamer Verfall der Ladenzeile mit allen negativen Begleiterscheinungen. Mit der GEWOBAG gäbe es einen kommunalen Vermieter, dessen Aufgabe die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit bezahlbarem Wohnraum ist. Es sei doppelzüngig, wenn die Linke in Berlin jährlich 7.500 neue Wohnungen verspreche aber in Marzahn-Hellersdorf jede Veränderung bekämpfe.