Zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen zwei linken Gruppen im Jugendzentrum La Casa an der Wurzener Straße in Hellersdorf nimmt Benjamin Dahler, Sprecher des Bezirksausschusses der FDP und Kandidat für die Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, wie folgt Stellung:
„Was sich am Wochenende im La Casa abgespielt hat, war keine gewöhnliche Saalschlacht. Eine Gruppe hatte das Haus besetzt, weil sie nach eigenen Angaben ein massives Antisemitismus-Problem innerhalb der eigenen Szene anprangern wollte. Die Antwort darauf war offenbar nicht Selbstkritik, sondern die Mobilisierung von rund 20 Vermummten in Kampfmontur, die mit Steinen, Latten und Feuerlöschern auf die Besetzer losgegangen sind. Es ist schon erschreckend zu erleben, dass Gruppen aus der linken Szene innerhalb kurzer Zeit Menschen mobilisieren können, um auf politische Gegner einzuschlagen – ausgerechnet, weil diese Antisemitismus in den eigenen Reihen kritisiert haben - und das mitten im Herzen Hellersdorfs. Politische Gewalt ist nicht akzeptabel, egal ob sie von rechts oder von links kommt. Sie muss vom Rechtsstaat konsequent unterbunden werden."
Es ist zunächst die Verantwortung des Betreibers, gewalttätigen Kräften in seiner Einrichtung keinen Raum zu bieten und für ein friedliches Miteinander aller Nutzer zu sorgen. Der Verein. muss öffentlich machen, wie er mit den geschilderten Vorwürfen umgegangen ist und was er künftig tut, damit sich so etwas nicht wiederholt.
Dieser Vorfall zeigt aber auch, dass Bezirksamt, Senat und Landeszentrale für politische Bildung ihre Förderpraxis gegenüber Projekten stetig überprüfen müssen. Wer mit öffentlichen Mitteln politische Bildungsarbeit leistet, muss glaubwürdig und wirksam gegen jede Form von Antisemitismus vorgehen – sonst darf die Förderung nicht unverändert weiterlaufen.